Fis­che

073-1rWas man über diese Fis­che wis­sen sollte

Kein Pracht­gu­rami wird größer als gut 5 cm, die meis­ten erre­ichen kaum 4 cm Länge. Am größten wer­den die Arten quin­decim (s.Foto rechts) und deiss­neri, auch linkei oder die bisher unbeschriebene Form spec. Danau Rasau kön­nen bisweilen fast 5 cm Länge erreichen.

Es sind ruhige, nur ein kleines Revier bewohnende Fis­che, in dessen Mit­telpunkt ein Män­nchen eine kleine Höhle aus Blät­tern, Holz oder auch einem leeren Sch­neck­en­haus besetzt und vertei­digt. Diese Höhlen kön­nen sich in größerer Tiefe (bis zu zwei Meter) oder auch in Ober­flächen­nähe befinden. Man kann sich eine Vorstel­lung von ihrer Klein­heit machen, wenn man weiß, dass zum Beispiel im Aquar­ium gern die schwarzen Kun­st­stoff­dosen der früheren Klein­bild­filme angenom­men wer­den. Dor­thin ver­sucht das Män­nchen ein Weibchen zu locken, in der unmit­tel­baren Höh­lenumge­bung wird dann mit spek­takulärem Flossenspan­nen gebalzt und schließlich in der Höhle abge­laicht. Beide Part­ner sam­meln die herun­ter­fal­l­en­den Eier auf und ver­suchen, sie an die Höh­len­decke zu heften, wo das Män­nchen meist nur wenige oder gar keine Luft­blasen gesam­melt hat. Wenn das Gelege voll­ständig ist, ver­lässt das Weibchen die Höhle und vertei­digt die nähere Umgebung.

Die Män­nchen sind bei den meis­ten Arten sehr viel far­ben­prächtiger als die Weibchen. Ihre unpaaren Flossen tra­gen oft charak­ter­is­tis­che blau­grün irisierende Leucht­bän­der, die im Dunkel der Urwald­bäche mit dem tee­far­be­nen Wasser das let­zte Licht sam­meln und reflek­tieren. Viele Arten sind einan­der ähn­lich und nur durch geringe Merk­male ver­schieden, andere zeigen größere, auch struk­turelle Unter­schiede. Die Weibchen aber sind für uns vielfach nur sehr schwer zu unter­schei­den. Da wir davon aus­ge­hen müssen, dass bei vie­len For­men die Art­bil­dung noch in vollem Gange ist, müssen wir sorgfältig darauf achten, die Tiere nicht zu ver­mis­chen. Gemein­schaft­saquar­ien sind daher nur bei deut­lich struk­turell ver­schiede­nen Arten rat­sam. In der Regel wird man die Tiere in Art­becken oder paar­weise halten.

Es geht aber nicht nur um Hal­tung. Im Massen­hobby wer­den die meis­ten Fis­che tat­säch­lich nur gehal­ten, anders aus­ge­drückt: ver­braucht. Wenn Fis­che ster­ben, wer­den sie nachgekauft. Bei sel­te­nen, in ihrer Exis­tenz bedro­hten Fis­chen wir den Pracht­gu­ramis ist diese Ein­stel­lung ein Luxus, den wir uns nicht leis­ten kön­nen. Ein Pracht­gu­ram­ifre­und besitzt seine Fis­che nicht nur um sie zu hal­ten, son­dern um sie zu erhal­ten. Da sich ihr spek­takuläres Balz– und Brutpflegev­er­hal­ten nur in geeignet aus­ges­tat­teten Aquar­ien zeigt, geht es dem Pracht­gu­ram­ifre­und immer auch um Nachzucht. In struk­tur­re­ich ein­gerichteten Becken läuft sie fast ohne unser Zutun ab: Es wach­sen oft kleinere Men­gen an Jung­fis­chen neben den Eltern­tieren auf.

Diese Art der Aquar­is­tik ist befriedi­gen­der, ein­drucksvoller und kom­plet­ter als die heute mit großem Aufwand propagierten und teuer gewor­de­nen Betrieb­sweisen der Massenaquaristik.

(PF)

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