Wasser

Das erste der bei­den Prob­leme, die man lösen muss: das Wasser

Die Zurver­fü­gung­stel­lung des richti­gen Wassers ist eines der bei­den Prob­leme, für das jeder Inter­essent an diesen Fis­chen eine Lösung finden muss. Kaum je wird ein direkt geeignetes Wasser aus der Wasser­leitung fließen. Leitungswässer enthal­ten meis­tens zu viele Kar­bon­ate und Bikar­bon­ate, Salze der unter­schiedlich­sten Art. Sie sind für Pracht­gu­ramis viel zu „hart“. Aber auch dort, wo aus­ge­sprochen „weiches“ Wasser aus der Leitung fließt, wird es zum Schutz der empfind­lichen Leitun­gen im pH-​Wert angepasst und alle Säure aus­getrieben. Wir wer­den also in der Regel vor­sor­gen müssen, um das passende Wasser zu bekommen.

Entweder eine gute Quelle in der Nähe liefert es oder man benutzt sauberes Regen­wasser. Wegen der Ein­waschung möglicher Luftschad­stoffe muss man hier vor­sichtig sein, doch nach län­gerem Regen dürfte dies kein Thema mehr sein. Alle, die allerd­ings auf ihr Leitungswasser angewiesen sind, müssen eine der mehreren, heute bekan­nten und indus­triell ange­bote­nen Meth­o­den benutzen, um es auf die passenden Wasser­w­erte zu brin­gen. Dies sind eine Leit­fähigkeit zwis­chen etwa 20 und 100 Mikrosiemens/​cm, eine Kar­bon­athärte von (nahezu) 0 Grad KH und eine Gesamthärte von höch­stens 2 Grad GH. Vor allem die Kar­bon­ate müssen beseit­igt wer­den. Dafür kön­nen einige andere Salze (z.B. Natri­um­chlo­rid) in geringem Umfange mehr vorhan­den sein.

Welche Meth­ode der Enthär­tung man wählt, ist uner­he­blich. Viele bedi­enen sich der heute fer­tig ange­bote­nen, kleinen Umkehrosmose-​Anlagen. Die Entsalzung durch Kun­stharze ist ebenso möglich. Ein Mis­ch­bet­tfil­ter, bei dem Anio­nen– und Kationen-​Austauscherharze innig ver­mis­cht sind, ist beson­ders bequem, da er eine Durch­flussgeschwindigkeit fast wie beim Wasser­hahn erlaubt. Dafür müssen die Harze aber zur Regen­er­a­tion immer voneinan­der getrennt wer­den, etwas, was in jedem Fall eine Auf­trags­firma machen muss. Heute gibt es vielerorts sogar mobile Unternehmen, die vor­beikom­men und eine Aus­tausch­pa­trone mitbringen.

Der pH-​Wert soll defin­i­tiv unter dem Neu­tralpunkt 7.0, also im sauren Bere­ich liegen. In vie­len Fällen reicht ein Wert zwis­chen 5.0 und 6.5 aus, in eini­gen Fällen aber auch nicht. Beson­ders für Wild­fänge und hier für die Arten mit den empfind­lich­sten Eiern wer­den nicht sel­ten pH-​Werte von 4.0 und sogar darunter benötigt. Ein Wasser mit der geforderten gerin­gen Leit­fähigkeit kann gut über sauren Hochmoor­torf angesäuert wer­den, aber gute Erfolge sind auch mit Erlen­zäpfchen und sogar mit vor­sichtiger, kon­trol­lierter (!), tropfen­weiser Zugabe von ansäuern­den Wasserzusätzen („Eich­enex­trak­ten“ oder auch Phos­pho­rsäure) zu erzie­len. Die biol­o­gis­che Funk­tion dieser niedri­gen pH-​Werte ist bisher nicht voll­ständig gek­lärt, aber es ist wahrschein­lich, dass sie haupt­säch­lich darin besteht, das Aufkom­men von für die Gelege schädlichen Keimen weit­ge­hend zu unter­drücken. Tat­säch­lich ist die Keim­be­las­tung in sehr sauren Wässern wesentlich geringer als in weniger sauren oder sogar alka­lis­chen Gewässern. Heute gibt es gute, ein­fach zu hand­habende Kei­mindika­toren zu kaufen — für den Pracht­gu­ram­ifre­und eine gute Anschaffung.

Nicht überse­hen wer­den sollte die Tat­sache, dass die niedri­gen pH-​Werte der Natur­wässer, in denen Paros leben, zu einem erhe­blichen Teil durch Humin­säuren verur­sacht wer­den. Zwar gibt es mitunter auch Zuchter­folge von Pracht­gu­ramis im Klar­wasser, aber im Nor­mal­fall ist die Hinzufü­gung von Mate­ri­alien, die Humin­stoffe abgeben, nur zu empfehlen (frisches Moorkien­holz, See­man­del­baum­blät­ter, gewässerte Buchen– und Eichen­blät­ter, Erlenzäpfchen).

Noch ein­mal: Für das Wasser­prob­lem muss jeder Pracht­gu­ram­ifre­und seine indi­vidu­elle Lösung finden. Sie muss dauer­haft zur Ver­fü­gung ste­hen. Allerd­ings braucht man für die kleinen Parobecken auch keine Riesenmengen.

(PF)

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