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Bericht vom PP-​Treffen in Ham­burg aus der Sicht der Steuer­gruppe Helene Schoubye und Peter Finke

1. All­ge­meine Anmerkungen:

Das Parosphromenus-​Projekt (P.-P.) ver­anstal­tete sein erstes physis­ches Tre­f­fen überhaupt vom 11. — 13. Sep­tem­ber 2015 in Ham­burg (Deutschland).

Für uns stell­ten sich vier Fra­gen, die uns Schwierigkeiten bere­it­eten:
(1) Wer­den wenig­stens einige Mit­glieder unseres glob­alen Net­zw­erkes den von uns gewählten Ort Ham­burg und das Hotel akzep­tieren, und es für Wert finden die Reise dor­thin anzutreten?
(2) Wer­den wir es schaf­fen, die sprach­lichen Prob­leme zu lösen?
(3) Wer­den dort genug Paro-​Arten erhältlich sein?
(4) Wird unsere Entschei­dung, der Deutschen Labyrinth­fis­chge­sellschaft IGL zu erlauben, ihr Herb­st­tr­e­f­fen an dem gle­ichen Ort zur gle­ichen Zeit stat­tfinden zu lassen, ein zusätzlicher Gewinn für unsere Gäste sein?

All­ge­mein gesagt, können alle vier Fra­gen mit Ja beant­wortet wer­den.
Die örtlichen Bedin­gun­gen waren gut aus­ge­sucht und vor­bere­itet von Bernd Bus­sler, ein­schließlich Poster, Sticker und anderen Mate­ri­alien, der außer­dem persönlich eini­gen unserer Gäste half, unseren Tagung­sort mit dem Auto zu erre­ichen.
Seine Energie und sein Ein­satz tru­gen wesentlich zum Erfolg bei.
Auch das Hotel Ham­burg­Blick war gut aus­ge­sucht, und alles war gut vor­bere­itet.
Hier ein zusam­men­fassender Bericht des Tre­f­fens sel­ber aus der Sicht der Steuergruppe:

2. Fre­itag, 11.September 2015: Beginn

Es nah­men etwa 20 Gäste aus sechs Ländern aus Europa und USA teil, einige mehr als am par­al­lel stat­tfind­en­den Tre­f­fen der IGL teil­nah­men.
Das Tre­f­fen begann mit der Ankunft am Fre­itag und der Reg­istrierung, wir sind Stephan Men­zel sehr dankbar für seine Unterstützung, obwohl er von starken Schmerzen geplagt wurde.

Am Abend trafen wir uns zum ersten Mal, stell­ten uns einan­der vor mit unseren Namen, unseren Heima­torten und eini­gen aquar­is­tis­chen Anmerkun­gen.
Danach sahen wir ver­schiedene Bilder von Pracht­gu­ramis, die Helene Schoubye mitbachte.

Ebenso zeigte Bill Lit­tle eine schöne Pow­er­point Präsentation mit Bildern von David Jones — mit inter­es­san­ten Fotos in außeror­dentlicher Qualität eines laichen­den Paares und ihren Lar­ven. Außer­dem sahen wir ein bemerkenswertes pro­fes­sionelles Kurzvideo von Horst Linke über die Brut­ge­wohn­heiten von P. ornaticauda.

Außer­dem sprachen wir kurz über die Fra­gen, die uns am nächsten Tag erwarten würden.

3. Sam­stag, 12.September 2015: Haupttag

Sam­stag war der zen­trale Tag des Tre­f­fens, voll­gepackt mit Pro­gramm­punk­ten. Begonnen wurde mit der Eröffnung und Begrüßung später angekommener Gäste, danach sprach Peter Finke über den Ursprung des P. — P. , seinen Anfängen und seiner Philoso­phie.
In einer Pow­er­point Präsentation beschrieb er die Rolle des ver­stor­be­nen Dr. Wal­ter Foer­sch als der zen­tralen frühen Persönlichkeit der Parosphromenus Aquar­is­tik und eini­gen wissenschaftlichen

Entwick­lun­gen auf anderen Gebi­eten (Kul­tur­the­o­rie und ökologischer Ökonomie als Hin­ter­grund des Pro­jek­tes). Er machte deut­lich, welche Rolle der erste Ver­such in Deutsch­land 20052010 spielte, seine Defizite und schließlich 2010 der Start der Real­isierung im Rah­men der Glob­al­isierung und Internetkommunikation.

Dann wech­sel­ten wir den Raum für die nächste Präsentation durch den Parosphromenus Experten Horst Linke, in Deutsch gehal­ten, zusam­men mit den IGL Mit­gliedern.
Diese Präsentation war der erste Test für unser Sennheiser-​Audio-​System, das es uns erlaubte, seinen Vor­trag für unsere englis­chsprachi­gen Gäste simul­tan zu übersetzen (Helene).

Linke zeige sehr bemerkenswerte, sehr pro­fes­sionelle Fotos und Videos ein­schließlich Orig­inal­ton, die er sel­ber während seiner Expe­di­tio­nen an ver­schiede­nen Orten auf Suma­tra (ein­schließlich der orig­i­nalen Fun­dorte von Langgam (P. phoeni­cu­rus) und Danau Rasau (P.gunawani) , sowie auf der Insel Banka (der echte P.deissneri) und in Kalimantan/​Borneo (Fun­dorte von e.g. P.linkei, parvu­lus und ornaticauda).

In der Kom­bi­na­tion von Fot
os und Videos erfuhren wir, wie es war, über gesun­den und zerstörten Regen­wald zu fliegen, und in einem Boot, das über die berühmten Flüsse und Seen fuhr, zu sitzen, dabei das leise Plätschern und Murmeln des Wassers zu hören, Men­schen zu sehen, die ver­suchen unsere Fis­che zu fan­gen (was harte Arbeit ist), und das dun­kle Braun der Gewässer zu sehen und die grundsätzlichen Wasser­w­erte, gemessen an den Orig­i­nalorten.
Diese Präsentation durch einen der Ent­decker sel­ber, war zweifel­los das erste High­light des Treffens.

In der Mit­tagspause wurde ein Büffet aufge­baut und es war Gele­gen­heit für eine Ruhep­ause. Danach übernahm Helene Schoubye und präsentierte eine Zusam­men­fas­sung des aktuellen Stands des P.-P.
Sie skizzierte das Wach­s­tum des P.-P. über die let­zten Jahre, nan­nte die 32 Länder aus denen unsere Mit­glieder kom­men, und dif­feren­zierte zwis­chen aktiven und pas­siven Mitgliedern.

Sie beschrieb die Haupt­di­en­ste (Zen­sus, Newslet­ter, Forum und Dis­tri­b­u­tion der Fis­che) und stellte den Mit­gliedern mehrere Fra­gen, ein­schließlich zu Bere­ichen unserer Arbeit, die noch nicht fer­tiggestellt sind.
Obwohl sich nie­mand darüber beschw­erte, war unserer Mei­n­ung nach zu wenig Zeit übrig (=unser Fehler) all das im Detail zu disku­tieren. Zumin­destens wur­den viele dieser Fra­gen in den Pausen in kleinen Grup­pen besprochen.

In der nächsten Stunde wech­sel­ten wir wieder in den größeren Raum um der zweiten Präsentation auf Deutsch beizu­wohnen , wieder übersetzt (Peter) mith­ilfe unseres tech­nis­chen Sys­tems: eine Pow­er­point unterstütztes Gespräch über die Artenbes­tim­mung, biol­o­gis­che Notwendigkeiten und Voraus­set­zun­gen der Paro — Zucht. Der Vor­trag wurde von Mar­tin Hall­mann gehal­ten, einer der derzeit besten Spezial­is­ten für diese Fis­che. Mar­tin schloss eben­falls einige Ansichten der Orig­i­nal­fun­dorte, die er besichtigte, mit ein, und zeigte außergewöhnliche Fotos von Männchen, die sich spiegel­ten und ihre Far­ben änderten, je nach wech­sel­nden Ver­hal­tensweisen, Beleuch­tung und Sit­u­a­tio­nen. Er sprach eben­falls über Fütterung und Wasser­wech­sel, und erwähnte das Buch dass er mit Peter zusam­men geschrieben hatte und in welchem diese Punkte im Detail besprochen werden.

Zweifel­los wurde dieser Vor­trag von allen als ein zweites High­light im Pro­gramm betrachtet.

Der nächste Schritt im Nach­mit­tagspro­gramm war eine gemis­chte Präsentation von Bill Lit­tle über die amerikanis­che Sit­u­a­tion der Pracht­gu­rami­hal­tung mit großem Bedarf an vie­len dort fehlen­den Arten, Infor­ma­tio­nen an Helene durch unsere britis­chen Fre­unde, ein­schließlich der Ini­tia­tive des Chester Zoos, und eine kurze inter­es­sante Ansprache von Marcin Chyla aus Polen über die schwieri­gen, aber lebendi­gen Entwick­lun­gen in Ost-​Europa.

Am Inter­es­san­testen war die Bemerkung, dass es dort — im Gegen­satz zu vie­len west­lichen Ländern — eine aktive Jugend gibt, die hoch inter­essiert daran ist, teilzunehmen an mod­erner Fis­chhal­tung und den Bemühungen um Arterhaltung.

Helene Schoubye und Peter Finke vervollständigten das Nach­mit­tagspro­gramm mit einer Präsentation über die Haup­taspekte der zukünftigen Entwick­lung unseres Pro­jek­tes, einschließlich

der ungelösten Fra­gen der (Fisch)-Verteilung, Änderungen der Dien­ste des Pro­jek­tes für die Mit­glieder und umgekehrt der Mit­glieder für das Pro­jekt und erwähnten die schmelzen­den Finanzre­ser­ven.
Das Ham­burg — Tre­f­fen sollte gänzlich kosten­frei sein, aber es gab Aus­gaben (für die regulären Kosten des Providers unserer Web­seite oder zum Beispiel für das Lei­hen des Audiosys­tems) welche unsere Reser­ven fast auf Null gebracht haben.

Eines der wun­der­vollen Ereignisse die zu erwähnen wären, war, dass drei Per­so­nen die dies hörten, 220, 00 Euro gaben.
Horst Linke riet, eine Samm­lung unter allen Mit­gliedern durchzuführen, wie wir es schon erfol­gre­ich 2010 gemacht hat­ten und danach nie mehr.

Neben­bei lief die Weit­er­gabe von Fis­chen, die nach Ham­burg gebracht wur­den zwis­chen Züchtern und ihren Kun­den selbständig.
Vor allem P. linkei, quin­decim, nagyi und phoeni­cu­rus wech­sel­ten ihre Eigentümer.
Abends war Zeit, die IGL Fischbörse zu besuchen, und einige kon­nten weit­ere Paro — Species erwer­ben (e.g. P. Alfred oder P. fil­a­men­to­sus) und kleinen roten Kampff­is­chen. Nach dem Aben­dessen beschlossen wir den Tag mit einem offe­nen Abend, wo es Raum für weit­ere Diskus­sio­nen gab.

Ein bemerkenswerter Beitrag kam von Rafael Eggli (Basel/​Schweiz), der seine Abitu­rar­beit über die Eval­u­a­tion der Entwick­lung unseres Cen­sus im Laufe der Zeit schreibt.
Das Resul­tat wird sicher­lich die Dinge vorwärts brin­gen.
Ein weit­erer Punkt der große Beach­tung fand, war die Erklärung von Peter Finke, das er ein inter­na­tional angelegtes Buch über das P.P. plant, mit Autoren aus Asien, Amerika und Europa hier­bei soll das Prob­lem der in Asien stat­tfind­en­den Tragödie der Zerstörung der Regenwälder, der Palmöl — Wirtschaft und den Ver­lust der Biodiversität der Men­schheit, in den Mit­telpunkt gestellt werden.

4. Son­ntag, 13.September 2015

Der Son­ntag begann mit dem Frühstück und nur einem kurzen Tre­f­fen, da ungefähr 10 Leute Bernd Bus­slers Ange­bot, seine Zucht­sta­tion zu besichti­gen, angenom­men hat­ten.
Dort waren weit­ere Arten zu sehen (e.g. P. par­vo­lus, P.spec.dua, P. aff. allani) und hier kon­nte der Nach­wuchs vom Züchter erstanden wer­den.
Dies war ein weit­eres High­light des Tre­f­fens und machte es für viele lohnenswert, nach Ham­burg gekom­men zu sein.

Wir wer­den in eini­gen Wochen aus unserer Sicht einen abschließen­den Bericht hinzufügen, ein­schließlich einer Eval­u­a­tion der Ergeb­nisse, Schlussfol­gerun­gen und offener Fra­gen.
Dort wer­den wir auch die Frage nach einem nächsten Tre­f­fen stellen, möglicherweise an einem anderen Ort auf der Erde.

Wir schließen damit, noch ein­mal die unschätzbare Hilfe von Bernd Bus­sler und Stephan Men­zel zu erwähnen. Beson­ders Bernd hat viel Arbeit investiert in die Vor­bere­itun­gen im Hotel und ander­swo, beim Trans­port­ser­vice und damit, seine züchterischen Anstren­gun­gen zu inten­sivieren, um so viel Nach­wuchs von so vie­len Arten wie möglich her­anzuziehen. Ohne seinen großar­ti­gen Ein­satz für unser Pro­jekt wäre dies niemals der Erfolg gewor­den, den alle unsere Gäste bezeugt haben.

Im Namen der Steuer­gruppe, Helene Schoubye und Peter Finke, 30. Sep­tem­ber 2015

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